Eine Geschichte von einer starken Mama. Sie spricht darüber wie es sich anfühlen kann alleinerziehend zu sein:
„Wir gehen zum Familienshooting“ hab ich zu meiner Oma gesagt, kurz bevor wir los sind. Und der Blick war irgendwie komisch. Ich glaube sie hat sich gefragt, wer da jetzt noch alles mitkommt „außer uns zwei“.
Als Familie hab ich uns beide und Oma und Opa bezeichnet oder gleich die ganze Verwandtschaft. Wir HABEN Familie… aber sind wir Familie?
Der Gedanke hat mich oft traurig gemacht. Wir sind zu zweit, seit sie ein halbes Jahr alt war und mittlerweile ist sie fünf. Über die Jahre hinweg wuchs bei mir der Wunsch nach schönen Fotos, auf denen ich auch mal mit drauf sein darf. Ich bin selbst Fotografin und dementsprechend haben wir viele schöne Bilder von ihr alleine und ja, wir konnte ich immer mit gutem Gefühl sagen, aber Familie nicht.. und ich hab mich nie getraut mal zum Fotografen zu gehen. Ich glaube ich habe immer auf den Moment gewartet, in dem es sich endlich nichtmehr so unvollständig anfühlt, wenn ich über uns nachdenke…
Aber der Wunsch nach gemeinsam Fotos wuchs weiterhin und irgendwann dachte ich mir „naja machen wir’s fürs Fotoalbum, egal wie es sich anfühlt, ich hätte jetzt einfach gern diese Bilder“Mir kamen vor dem Shooting schon einmal fast die Tränen bei einer Sprachnachricht an Sophie, als ich ihr von unserem Hintergrund erzählt hab und ich hab gehofft beim Shooting nicht in Tränen auszubrechen.
Aber dann kam das Shooting: Ich war so aufgeregt, als wir losgelaufen sind. Und dann waren wir da. Und es war einfach alles gut. Sophie hat uns so wundervoll begleitet und nicht mehr als nötig angeleitet, sondern uns einfach machen lassen. Meine Tochter war gleich voll drin. Sie kennt es und liebt es vor der Kamera zu stehen und kann sich auch dort komplett im Spiel vergessen. Wir haben getanzt und gesungen. Wir waren Elfen und Piraten. Haben Blumen gepflückt und geworfen. Gelacht und gekuschelt. Da war keine Angst mehr, da war einfach nur Liebe. Die Liebe zu meiner Tochter, die so groß ist, dass es für zwei reicht. Und alles war richtig, so wie es war.
Also keine Ahnung, ob wir zu zweit für mich irgendwann gedanklich eine komplette Familie sein werden, aber wir sind, was wir zwei eigentlich schon immer waren: ein verdammt gutes Team. Und das bedeutet mir einfach alles.
